
Tiegel Bergheim/ehem. Areal Kurfürstenanlage (Kooperation mit den Stadtwerken Heidelberg)
Die Epple GmbH entwickelt auf dem Areal der Kurfürstenanlage das neue innerstädtische Quartier „Tiegel Bergheim“ mit Wohn-, Büro- und Gewerbenutzung. Die Stadtwerke Heidelberg realisieren die treibhausgasneutrale Wärme- und Kälteversorgung auf Basis eines wechselwarmen Nahwärmenetzes.
goodmen energy unterstützte die Stadtwerke Heidelberg von der Machbarkeitsstudie bis zur Ausführungsplanung und entwickelte ein integriertes Energiesystem, das Geothermie, NT-Wärme-Auskopplung und Wärmepumpentechnologie effizient kombiniert.
Auf einen Blick:
| Projektname & Ort: | Tiegel Bergheim – Kurfürstenanlage, Heidelberg |
| Eingesetzte Technologien: | Erdwärmesonden, wechselwarmes Nahwärmenetz, zentrale Luftwärmepumpen, Niedertemperatur-Abwärmenutzung aus einem Blockheizkraftwerk, Einbindung der Fernwärme, intelligente Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik |
| Anwendungsbereich: | Treibhausgasneutrale Wärme- und Kälteversorgung eines neuen innerstädtischen Quartiers mit Wohn-, Büro- und Gewerbenutzung |
| CO₂-Effekt: | Das Energiekonzept schafft die Grundlage für die langfristige Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung. |
| Förderstatus: | Machbarkeitsstudie nach BEW-Modul 1 durchgeführt; Antragstellung für BEW-Modul 2 parallel erfolgt. Vorzeitiger Maßnahmenbeginn bereits genehmigt. |
Unsere Leistungen:
Machbarkeitsstudie
Bedarfsanalyse
Potenzialermittlung
Konzeptentwicklung
Wirtschaftlichkeit
LP 1-4

Details:
Energiekonzept und Quartierslösung
Auf dem rund 30.000 m² großen Areal entstehen Neubauten, die über ein wechselwarmes Nahwärmenetz verbunden werden; bestehende Gebäude werden – mit Ausnahme der Tiefgaragen – zurückgebaut. Vorhandene Technikflächen und das bestehende Heizwerk werden in das neue Versorgungskonzept integriert, sodass ein zukunftsfähiges Mischquartier mit hoher Flächeneffizienz und optimierter Energieinfrastruktur entsteht.
Zentrales Rückgrat des Konzepts sind Erdwärmesonden, die den überwiegenden Teil der Grundlast für Wärme und Kälte bereitstellen. Ergänzend werden die Niedertemperatur-Abwärme eines bestehenden Blockheizkraftwerks, eine oder mehrere zentrale Luftwärmepumpe(n) sowie die vor Ort verfügbare klassische Fernwärme eingebunden, um Lastspitzen abzudecken und flexibel auf unterschiedliche Betriebszustände und schwankende Energieträgerpreise reagieren zu können. Das ursprünglich untersuchte Potenzial zur Wärmerückgewinnung aus Abwasser wurde im finalen Konzept verworfen.
Zwei Sondenfelder entstehen unter den Neubaugebäuden in Bereichen ohne Bestandstiefgarage, wodurch die geothermische Nutzung optimal mit der städtebaulichen Entwicklung verzahnt wird. Der Netzausbau erfolgt stufenweise in Bauabschnitten entsprechend dem Baufortschritt der Neubauten, wobei Bauabläufe sinnvoll synchronisiert werden.
Besondere technische Lösungen
Das entwickelte Nahwärmesystem kombiniert verschiedene Einspeisepunkte mit unterschiedlichen Temperaturniveaus in einem hydraulisch anspruchsvollen, wechselwarmen Netz. Um die Anforderungen des Wasserschutzgebiets zu erfüllen, wird Wasser als Wärmeträgermedium eingesetzt.
Eine intelligente Mess-, Steuerungs- und Regelstrategie stellt sicher, dass die Erdwärmesonden, die BHKW-Wärme und die Luftwärmepumpe(n) optimal zusammenspielen und die Wärme- und Kälteanforderung des Quartiers jederzeit bedarfsgerecht bereitgestellt wird. Damit entsteht ein erneuerbares Energiesystem, das die Dekarbonisierung des Quartiers langfristig ermöglicht und flexibel auf zukünftige Last- und Ausbauentwicklungen reagiert.
Die Leistungsphasen 1-4 wurden von Dezember 2025 bis Juli 2026 im Rahmen des BEW-Moduls 1 umgesetzt; parallel erfolgte die Antragstellung für BEW-Modul 2. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn wurde bereits genehmigt.


