Wärmewende finanzieren – Bilanzneutral für kommunale Stadtwerke
Kommunale Herausforderungen: Finanzdruck und Wärmewende
Viele Kommunen stehen seit längerem unter erheblichem finanziellem Druck: knappe Haushalte, sinkende Einnahmen und wachsende Pflichtaufgaben. Zwar haben sich Bund und Länder aktuell hinsichtlich des beschlossenen Entlastungspakets für die Wirtschaft darauf geeinigt, dass der Supergau für die Kommunen ausbleibt und der Bund die Steuerausfälle (in Höhe von 46 Milliarden Euro) bis 2029 übernimmt.

Warum neue Finanzierungsmodelle für Wärmenetze nötig sind
Doch mit der Wärmewende und dem festen Ziel der Klimaneutralität bis 2045 müssen die Kommunen und deren Stadtwerke zusätzliche Investitionen stemmen: Der Umbau der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien ist mit hohen Anfangskosten verbunden – für Infrastruktur, Technik und Planung. Prognosen gehen allein bis 2030 von Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe aus. Der Aufbau moderner Wärmenetze oder der Umstieg auf klimaneutrale Lösungen wie Großwärmepumpen, Geothermie oder solarthermische Systeme überfordert viele Stadtwerke – nicht nur technisch, sondern vor allem finanziell. Laut einer aktuellen Umfrage von Deloitte verfügen über 60 Prozent der Stadtwerke derzeit über keine gesicherte Finanzierung für ihre Projekte im Bereich der Wärmewende. Erschwerend kommen bürokratische Hürden und langwierige Genehmigungsprozesse hinzu, die zusätzliche Ressourcen binden. Klar ist: Ohne neue, verlässliche Finanzierungsmodelle wird es vielen Kommunen nicht gelingen, die Wärmewende umzusetzen.
Das neue Finanzierungsmodell für kommunale Wärmenetze
Hier setzt ein neuartiges Finanzierungsmodell für die Kommunen mit eigenen Stadtwerken an. Ziel ist es, Investitionen in Wärmenetze zu ermöglichen, ohne dass die Kommunen hohe Schulden aufnehmen müssen.
So funktioniert das Modell: Förderung und Leasing
- Im Rahmen eines BEW Modul 2-Projekts werden nach der Inbetriebnahme die Bereiche der Netze und Gebäude über Förderrate finanziert.
- Bewegliche Güter wie Wärmepumpen, BHKW, Steuerungen etc. werden über ein Betriebskostenmodell finanziert. Dies ermöglicht es, Bilanzneutralität zu wahren und so die Stadtwerke für die eigentliche Daseinsvorsorge liquide zu halten.
- Das Modell ist flexibel zwischen den Beteiligten zu verhandeln, es wird jedoch eine Laufzeit zwischen 12-15 Jahren angestrebt.

Vorteile für die kommunalen Stadtwerke: Liquidität, Flexibilität und Bilanzentlastung
- Die Liquidität für die Aufgabe der kommunalen Stadtwerke - die Daseinvorsorge - bleibt erhalten
- Das Rating steigt durch die Einbilanzierung der Fördergelder
- Alle nicht beweglichen Güter, wie z.B. Netze, können über eine Kreditfinanzierung und/oder eine Brückenfinanzierung angeboten werden.
- Der CapEx für OpEx-Ansatz gewährt den Stadtwerken (und anderen Betreibern der öffentlichen Hand) Flexibilität.
Welche Projekte sind förderfähig? Kriterien und Voraussetzungen
- Investitionsvolumen sollte über 1 Mio. Euro liegen.
- Projekte müssen ein Geschäftsmodell und eine stabile Kundenstruktur aufweisen (z.B. Transformationsprojekte bestehender Wärmenetze mit gesicherten Abnehmern).
- Projekte können auch mit einer guten Idee eingereicht werden, eine Machbarkeitsstudie ist aber hilfreich.
- Projekte werden vorab technisch geprüft (Due Diligence). Bei positiver Prüfung startet der Finanzierungsprozess. Ein Monitoring im Betrieb ist nachzuweisen.
Starke Partner für die Wärmewende
Die Finanzierung erfolgt über die Deutsche Bank. Wir von goodmen energy sind als praktische Unterstützer Projektpartner und Visionäre dieses Modells.
Sie wollen mehr über diese Art der Finanzierung erfahren? Dann sprechen Sie uns an:
Andreas Kaiser, Mail: a.kaiser@goodmen-energy.de
Quellen:
- www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11850/publikationen/14_2024_cc_akzeptanz_waermeversorgung_bf.pdf
- www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2024/Analyse_Waermenetze_im_Bestand.pdf
- df-zukunftswerk.eu/aktuelles/die-finanzierung-der-kommunalen-waermewende-erleichtern
- www.zfk.de/energie/waerme/die-debatte-ueber-die-finanzierung-der-waermewende-steht-erst-am-anfang

